REFERENZEN
 
   
Prof. Krzysztof Meyer
Hochschule für Musik Köln
 
  „Sascha Janko Dragicevic war zweifellos einer der begabtesten Kompositionsstudenten [...] In meiner Klasse komponierte er viele Werke, von denen jede seine Begabung und seine ungewöhnlich schnellen Fortschritte bezeugt. In seiner Arbeit zeigte er Beharrlichkeit, und beim Komponieren einer Partitur feilte er gewissenhaft an Einzelheiten, bis er zu einer Version gelangte, die ihn schliesslich befriedigte [...] Seine Werke, die er bereits in den ersten Semestern komponiert hatte, überzeugten mich, daß ich es hier mit einer herausragenden Persönlichkeit zu tun habe. Diese Überzeugung festigte sich im Laufe der Arbeit mit ihm [...] Hatte er sich ein Ziel seiner Arbeit gesetzt, so verfolgte er es unermüdlich bis zum gewünschten Resultat. Er verfügte über einen individuellen, durchaus eigenständigen Zugang zur musikalischen Materie, den er geistig kontrollierte und den er einer ständigen Prüfung unterzog, ohne sich auf dem einmal Erreichten auszuruhen. Sein Blick auf die Musik war stets frisch und eigenständig und mehr als einmal überraschte er mit ungewöhnlichen Einfällen und schöpferischen Ideen, die er dann konsequent umsetzte....“  
     
Prof. York Höller
Hochschule für Musik Köln
 
  „Herr Sascha Dragicevic hat [...] bei mir Komposition studiert [...] und im Juli 1998 die Diplomprüfung im Fach Komposition abgelegt. Ich habe in dieser Zeit den Eindruck gewonnen, daß der junge Komponist auf der Basis einer eindeutigen Begabung und in kritscher Reflexion des gewärtigen Musikschaffens auf dem Wege ist, seine eigene Musiksprache zu entwickeln. Dies kommt jedenfalls in seinen jüngsten Werken recht deutlich zum Ausdruck, die sich durch sorgfältige Ausarbeitung, wirkungsvolle Klanggestaltung und rhythmischer Vitalität auszeichnen...“  
     
Prof. Hans Ulrich Humpert
Hochschule für Musik Köln
 
  „...Sein hohes Maß an konstruktiv gestaltender musikalischer Phantasie, seine kritische und ökonomische Einstellung zu unterschiedlichen Materialdispositionen sowie seine Fähigkeiten zu sensibler Klangfarbengestaltung gehen Hand in Hand mit satztechnischem Können und formal-konstruktivem Denken. Solche kompositorische Reife verbindet sich bei S. Dragicevic mit großen handwerklich-technischem Geschick [...], so daß von diesem jungen Komponisten noch manche herausragende musikalische Leistungen zu gewärtigen sind.“  
     
Prof. Klaus Oldemeyer
Hochschule für Musik Köln
 
 

„Sascha Dragicevic, der einige Jahre bei mir Klavier studiert hat, gehört zweifellos zu den begabtesten, vitalsten und vielseitigsten jungen Musikern, die ich in meiner langen Lehrtätigkeit kennengelernt habe. Als Komponisten stelle ich ihn sehr hoch. [...] alle seine Stücke verraten Form- und Zeitgefühl, Ausgehörtheit der Harmonik, den Hörer unmittelbar affizierendes Gefühl für Rhythmus und Metrum, Abwesenheit von routiniertem Leerlauf. Seine Musik ist im Detail außerordentlich durchgearbeitet, jedoch nie überwuchert die Einzelstruktur die sogkräftige Großform. Vitale Direktheit und gedankliche Reflektiertheit gehen eine ganz eigene Mischung ein. Was er aber nie schreibt – und was heute so verbreitet ist-: Papiermusik; jeder Ton lebt beim ihm. Seine podiumsreifen Fähigkeiten als Pianist sind ebenfalls beachtlich. Wenn man ihn Klavier spielen hört, spürt man hautnah, wie sehr sein gesamtes Musikertum aus der lebendigen Musizierbesessenheit kommt.
Ich wünsche mit Überzeugung Sascha Dragicevic, der persönlich von seltener Bescheidenheit ist, die Wirkungsmöglichkeiten, die seiner großen Begabung angemessen sind.

 
     
Prof. Hans Ulrich Humpert
Hochschule für Musik Köln
 
 

"Sascha Dragicevic hat während seines Aufbaustudiums im Studio für elektronische Musik an der Musikhochschule Köln aufgrund seiner profunden Vorbildung und mit der ihm eigenen Energie sein zentrales kompositorisches Thema für die Arbeit im elektronischen Studio gefunden, nämlich die dialektischen Möglichkeiten der Verbindung von elektronischen Klangabläufen mit rein instrumentalen, live gespielten Klangstrukturen. In solchen Kompositionen, beispielsweise auch in den im Jahr 2001 entstandenen Quarks für Klavier und elektronische Klänge, verfolgt er mit großer Beharrlichkeit das Ziel, die typischen, spieltechnisch bedingten Klangabläufe der Live-Instrumente mit den ebenso typischen, elektronisch verfremdeten Strukturen der Tonbandklänge, die fast immer aus dem Klangmaterial der Instrumente entwickelt wurden, auf das engste zu verschmelzen. Dabei standen für Dragicevic immer die konstruktiven Kompositionsvorgänge im Mittelpunkt seiner Bemühungen, nie die rein technischen Realisationsmöglichkeiten der Studioapparaturen mit ihrem häufig verwirrenden und zur Dominanz über den musikalischen Einfall neigenden Effektpotenzial.

Nicht nur aufgrund seiner jüngsten kompositorischen Leistungen kann ich hier feststellen, dass seine musikalischen und intellektuellen Fähigkeiten sehr hoch einzuschätzen sind: das zeigen sowohl seine kompositorisch-theoretischen Gedanken und Entwürfe (etwa über "Rhythmus-Morphing", eigenständige Methoden beim konstruktiv-harmonischen Akkord-Aufbau oder über Material-"Aufsplitterung", beispielsweise von Intervallen, mit elektronischen Mitteln) als auch seine Gedanken über eher allgemein-künstlerische oder -musikalische Themen (etwa das verwandte bis gegensätzliche Verhältnis von instrumentalen zu elektronischen Klängen). Das gilt sowohl für die kompositorisch-theoretische Planungs- und Entwurfsphase eines neuen Projektes, wie für dessen praktische Umsetzung und Konkretisierung am Schreibtisch wie im Studio am Computer.
Sein hohes Maß an konstruktiv gestaltender musikalischer Fantasie, seine kritische, "ökonomische" Einstellung zu unterschiedlichen Materialdispositionen, sowie seine Fähigkeit zu hochsensibler Klangfarbengestaltung gehen Hand in Hand mit hohem satztechnischen Können und formal-konstruktiven Denken.
Herrn Dragicevics Betätigung im elektronischen Studio (und später auch mit privatem Equipment) hat ihn zu komplexen Kompositions- und Realisationsprogrammen wie Logic Audio, Audio Sculpt u.a. gebracht, die er mit großer konstruktiver Fantasie und rascher Auffasungsgabe studiert hat und für seine kompositorischen Intentionen und Entwürfe souverän einsetzt respektive sich durch sie inspirieren lässt.

Sascha Dragicevic hat mit der vor zwei Jahren (2003) abgelegten Diplomprüfung im Fach Elektronische Komposition die Kölner Musikhochschule mit der Fähigkeit zur souveränen Beherrschung und kritischen Handhabung modernster elektronischer Realisationstechnologie verlassen, die ihn im Zusammenwirken mit seinem allgemein-kompositorischen "Handwerk" befähigt, in jedem institutionellen oder privaten Rahmen äußerst erfolgreich weiterzuarbeiten.
Die Uraufführung seiner Kammeroper Die Forschungsreise des Professors Tarantoga und alle seine weiteren Aktivitäten werden die hohen Erwartungen an diesen jungen Komponisten bestätigen."

 
     
REAKTIONEN AUF SCHISMA  
     
Prof. Peter Eötvös  
 

"Ich finde mich in jedem Wort des SCHISMA-Manifests haargenau wieder und könnte jeden Satz unterschreiben! Der provokative Tonfall ist genau in meinem Sinne und sollte zu jedem wichtigen Komponisten der jungen Generation dazugehören!"

 
     
Diether de la Motte an Krzysztof Meyer  
  „Alle viere haben gutes Niveau, seriöse Könner, Kompliment für deine Wegbegleitung dieser Leute. Aber das mit dem Tode der Neuen Musik ist doch ein bisschen frech, provoziert jedenfalls. Und so kam ich zu meiner frechen Reaktion.“:
Nachrichten aus dem Kölner Musikleben
Wie Herr Dragicevic uns mitteilt: Ihre Vermählung geben bekannt Béla Bartók und Stiva Reich.
 
     
Boris Pergamenschikow  
  „...Ich möchte der Gruppe Schisma wünschen, kompromißlos und unopportunistisch zu bleiben und weiterhin an die Professionalität und Präzision als Arbeitsideale zu glauben.“  
     
York Höller  
  Schisma: Das ist ein neuer wichtiger Spaltpilz im Stoffwechsel gegenwärtigen Musikschaffens.“  
     
Krzysztof Meyer  
  „...Ihre Kraft zeigt sich auch darin, daß sie sich auch dem Hergebrachten in der Kunst entgegenstellen können. Durch all diese Eigenschaften können sie einen bedeutenden Platz in der musikalischen Gegenwart einnehmen.“  
     
Lutz Lesle  
  „...Was letzlich zählt sind eure Taten auf dem Notenpapier: Was ihr mit schicktet, sind Wohltaten....Notate beim Hören: Dragicevic: Pulsation. Kontinuum. Klangschönheit. Atem. Einheit in Vielfalt. Integration und Ausgleich. Näherkommende Ferne; Poesie des Raumes im Fluß der Zeit.“  
     
Mauricio Kagel  
  „Ich habe jedes einzelne Werk [Kompositionen] aufmerksam gelesen und bin von der Ernsthaftigkeit dieser Arbeiten beeindruckt....“  
     
     
PRESSE  
     
Frankfurter Rundschau 15.12.2005  
  Eine Auseinandersetzung mit Sägezahnwellen
Neue, staunenswerte Hörerlebnisse im Konzert mit dem
Ensemble-Modern-Fagottisten Johannes Schwarz
(...) Knapper, perkussiver gedacht, klingen die weiteren drei Stücke, die von
Einspielungen und Raumklang-Experimenten geprägt sind. Gleich zwei der
Hörübungen stammen von Sascha Janko Dragicevic, PIU, eine kürzere mit
Ambient-Charakter, und Autogamie, eine nervöse Tour-de-Force, deren Unruhe Schwarz mit flirrendem Spiel und flinkster Fingersatz-Technik kontert.
Einen Kopfhörer auf den Ohren, per Kabel an die Rechnerstation im Hintergrund
angeschlossen (am Regiepult: Jo Schlosser), wirkt Johannes Schwarz wie ein
Kosmonaut, der, bevor er abtaucht ins All, ein letztes Mal Richtung
Kontrollstation nickt. Ein tiefes Durchatmen und Schwarz heftet sich den vom PC
eingespielten Klängen an die Fersen. Hart angeschlagene Gitarren produzieren ein
metallisches Schnarren, das intensiver und schneller wird. Viereinhalb Minuten geht
Schwarz das Tempo mit. Eine famose Leistung und doch nur Teil eines
fünfteiligen Programms, das der Fagottist ohne Pause spielt. (...)
 
     
Beitrag von Raoul Mörchen aus der Kölnischen Rundschau 20.08.2004  
  Ein Reisender in Sachen Präzision. mehr... (pdf)  
     
Radiobeitrag von Lutz Lesle im Deutschlandfunk 1999  
  „...In dieser Einschätzung trifft er sich mit der kölner Komponistengruppe „SCHISMA“, die aus der Kompositionsklasse des Polen Krzysztof Meyer hervor ging. Einer ihrer Gründer, Sascha Janko Dragicevic, gewann jetzt den ersten Preis des Kompositionswettbewerbes den die "Sommerlichen Musiktage Hitzacker" zum 13. Mal ausgeschrieben hatten. Wie der Titel „Malerba“, Unkraut, andeutet, wuchert das Stück für Klarinette, Posaune, Violoncello und Klavier episodenweise in die Höhe und in die Tiefe, überquellend und leer geblasen, mal redselig und mal verschwiegen. Ein Universum im Kleinformat, vom Oh ton-Emsemble Oldenburg triftig in Szene gesetzt...  
     
Beitrag von hjr vom 05.07.1999  
  „...Sieger wurde Sascha Janko Dragicevic aus Köln mit „Malerba“. Ein Stück, das in der Übersetzung „Unkraut“ bedeutet: Diesen Wildwuchs entwickelt er mit Klavier, Cello, Klarinette und Posaune. Starke Expressivität prägt den Ton, oft harte Anschläge und dazwischen mal ein lyrischer Ausflug. Gelegentlich sind Jazz-Anklänge festzustellen, besonders in rassigen Klavier-Läufen...“  
     
Beitrag von Lutz Lesle vom 01.07.1999  
  „...Erstplatzierter ist der 1969 in Bonn geborene Komponist Sascha Janko Dragicevic, ein Kompositionsschüler Krzysztof Meyers (sic). Der Anti-Darmstadt-Ästhetik der Kölner Komponistengruppe „SCHISMA“ verpflichtet, geht er in seiner „jazzverwandten“ Studie mit dem selbstironischen Titel „Malerba“ (Unkraut) ohne Theorieballast in die Vollen. Wenn er in einem Werkkommentar davon spricht, er ließe das Stück titelgemäß „in unterschiedliche Richtungen wuchern“, so löst seine Musik diese Wucherungen ganz wörtlich ein, indem erst alle Bewegungen abwärts, dann aufwärts und endlich wieder abwärts führen...“  
     
Beitrag aus dem Bergischen Volksboten vom 18.09.1998  
  “...und ungewohnt ist es schon, was Sascha Janko Dragicevic (geb. 1969) unter dem Titel „Windschatten“ für Streichquartett geschrieben hat: Jede Stimme gehorcht ihrer eigenen metrischen Gliederung, es gibt keine Takteinteilung, und was sich da in der „auf der windabgewandten Seite eines Strömungshindernisses liegenden Zone geringer Windgeschwindigkeit“ (so der Programmtext) an Expressivität, Leidenschaftlichkeit und Dynamik tut, müssen die Stürme eines bewegten Herzens sein. Die vier jungen MusikerInnen des polnischen Dafo-Streichquartettes gaben sich mit Verve dem Notentext mit seinen zahlreichen ungewöhnlichen Streichertechniken hin: [...] staunend sah und hörte man, was da alles möglich ist, und ließ sich mitreißen.  
     
Beitrag von Gunter Duvenbeck aus dem Bonner Generalanzeiger vom 02.07.1992  
  „...Am anderen Ende der Ausdrucksskala schließlich Sascha Dragicevic, der aus seinem noch im Entstehen befindlichen Klavierzyklus „Strom fliehender Zeiträume“ spielte: Hier brechen sich elementare Urkräfte rhythmischer Impulsivität Bahn, sind aber gleichwohl in ein geistig überformtes und vom Autor explizit bestimmtes und somit keineswegs „beliebiges“ Erscheinungsbild gebracht."